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Donnerstagvormittag in Berlin: Wir sind gerade auf die Straße getreten, als sich ohrenbetäubender Lärm nähert. Fluglärm ist nicht ungewöhnlich in der Einflugschneise Tegels. Doch das, was hier heranzieht, wächst zu einem Dröhnen, das nichts gemein hat mit einem Passagierflugzeug. Unsere Augen wandern zum Himmel. Die zwei Müllmänner, die gerade zwei Tonnen zum Müllauto schieben, unterbrechen ihren hektischen Gang ebenfalls und blicken nach oben. Mit einem Mal donnern vier Militärflieger über unsere Köpfe, je zwei versetzt in einer strengen Formation. Das Kind starrt mich mit verschreckten Augen an und fragt, ob das Krieg sei. Ich schüttele den Kopf. Dann überfliegt uns die nächste Maschine – wieder ein normaler Flieger. Ich sehe rote und blaue Bemalung. Auch die Müllmänner schauen sich betroffen an, unsere fragenden Blicke kreuzen sich. Kommt etwa der amerikanische Präsident? Das wüssten wir. Außerdem fliegt der mit der Air Force One und die sieht anders aus. Das Kind vermutet einen reichen Ölscheich. Oder doch Krieg?

Plötzlich ruft der eine Müllmann: „Es ist der Papst!“ Natürlich, heute ist Donnerstag und der Papst kommt nach Berlin. Das Kind beruhigt sich (ich mich auch). Dann ist es sogar etwas stolz, immerhin hat es den Papst gesehen. Zumindest das Teil um ihn herum und das ist ja auch schon mal was.

Zuhause google ich schnell: In der Tat, es war Papst Benedikt XVI., der uns so bedrohlich überflogen hat. „George Bizet“ heißt der A320 der Alitalia, der im deutschen Luftraum von Militärfliegern eskortiert wurde.

Ist die Angst vor übergriffen derart groß, dass der Papst schon im Luftraum geschützt werden muss? Wird er wieder mit dem Papamobil unterwegs sein? Und wie wird das erst gepanzert sein?

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