Zwei freie Tage mitten in der Woche – sind wie ein kleines Wochenende. Könnte man meinen. Ausschlafen, bisschen putzen, stricken, lesen, schreiben, Kaffee trinken, Mittagschläfchen. So stellt man sich das vor.

In zwei Tagen kann man auch drei Mal zum Arzt rennen (Privatleiden), in der Muckibude schwitzen (Privatvergnügen), Bach, Tango und Gershwin proben (Privatvergnügen und Ehrenamt), für eine Zeitung schreiben (Ehrenamt), ein Grundstück kaufen (Privatvergnügen), zwei Freundinnen treffen (Privatvergnügen), einen Migräneanfall durchleiden (Privatleiden), sich der Schönheit wegen unters Messer legen (Privatleiden und -vergnügen), mit dem Sohn für drei Arbeiten lernen (Muttipflicht), den Haushalt sträflich vernachlässigen.
Und am zweiten Abend mit dem kleinen, lustigen Mädchen im Bett liegen, das sich so selig an einen kuschelt, dass man fast schneller einschläft, als das Kind. Wenn es einem nicht unverhofft zwei Liter Moppelkotze entgegenschleudern würde.

Das Gerenne und Geputze und Gewasche danach kennen wir alle zur Genüge. Ich bin wieder wach.

Bei der Gelegenheit kann ich gleich meine Schönheits-OP verbloggen. So was macht man ja nicht alle Tage, sich ein Fibrom weglasern lassen.
Seit frühester Kindheit zieren mein Gesicht zwei Leberflecken, einer am Kinn, einer an der Schläfe. Die gehören zu mir wie die Nase und prägen natürlich mein Gesicht. Eigentlich störten sie mich nie, weil sie zum einen schon immer da waren und zum anderen nicht irgendwie hässlich oder an ungünstigen Stellen waren. Im Gegenteil, ich mochte sie sogar.
Der Fleck an der Schläfe disqualifizierte sich aus zwei Gründen: Er wurde größer und schmerzte manchmal, wenn ich ihn beim Bürsten aus Versehen erwischte. Eines Tages fragte mich ein Bekannter, was ich denn dort hätte? Meine Antwort, dass sei ein Leberfleck, verneinte er vehement. Das sei ein Fibrom und wenn es mich stört, könne er es weglasern. Das ist fast zwei Jahre her. Ich dachte hin und dachte her, zupfte die Haare raus, verletzte mich noch ein paar mal, beriet mich mit dem Freund, der ebenfalls an den Flecken hängt (die ja plötzlich keine Leberflecken mehr waren, sondern braune, olle Warzen). Und dann stand der Entschluss fest: Das Ding kommt weg. Betäubungsspritze, Laser ran und fertig. Der Arzt laserte noch weiteres Fibrom an meinem Hals weg. Ob er gleich noch mehr wegmachen solle? Den Fleck am Kinn vielleicht? Ich zögerte kurz und verneinte dann. Sonst erkenne ich mich morgen im Spiegel nicht mehr, so ganz ohne Schönheitsfleck.

Morgen wieder Arbeiten, also für Brötchen. Was für eine Erholung.
(Sollten Sie eine leicht verschattete Frau mit zwei Pflastern im Gesicht sehen, sprechen Sie mich bitte nicht an!)

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